Nachgefragt

Sehr geehrte Frau Professorin Polster,

seit 35 Jahren sind Sie an der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg in der Lehre tätig, 21 Jahren davon als Studiengangsleiterin. Sie haben viele Studienprojekte begleitet und das in einem geographischen Umfeld, in dem traditionelles Handwerk gepflegt und weitergeführt wird.


Wie passen modernes Textildesign und alte Handwerkskunst, wie z.B. Klöppeln, zusammen?

Es kommt auf den Kontext an. Im Prinzip sind es nur oder immerhin die sogenannten Gestaltungsprinzipien, die die Bereiche des Textildesigns und der Handwerkskunst verbinden. Eine Technik bzw. ein textiles Verfahren ist nie alt oder neu. Klöppeln ist ein geeignetes textiles Verfahren für die Ausbildung zum Gestalter sowie für gestalterische Tätigkeiten allgemein.

 

Welchen Beitrag zur Handwerks- und Industriekultur können diese traditionellen Handwerke leisten?
Traditionelle Handwerke sind Basis und Grundlage jeglicher Entwicklung. Diese Handwerkstradition trägt uns. Sie ist Ausgangspunkt allen gestalterischen Denkens und Machens.

 

Wie ist Ihre Meinung zum neu entwickelten Berufsbild des "Textilgestalter im Handwerk" und wie beurteilen Sie dessen Zukunftsaussichten?

Das Berufsbild Textilgestalter im Handwerk wird seinen Platz in der Gesellschaft finden, wenn Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Zukunftsaussichten sind dann gegeben, wenn parallel dazu Bezüge zum Tourismus, zur Pädagogik, zur Kultur allgemein geschaffen werden.

 

Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Welche drei Begriffe fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an Spitze denken?

Schmuck, Filigranität, Projektideen für Studierende

 

Vielen Dank Frau Prof. Polster, dass Sie sich die Zeit genimmen haben, unsere Fragen zu beantworten.