23. Klöppelspitzenkongress in Weingarten/Württ. 2005

Kaum zeigten sich die ersten Frühlingsboten in Weingarten, fand auch schon die winterliche Ruhe ihr jähes Ende. Denn der 23. Klöppelspitzenkongress hauchte der Stadt Leben ein.

Und Weingarten wollte sich positiv präsentieren. Deshalb wurde die gesamte Stadt in den Tagen vor dem Kongress noch einmal gründlich gewaschen – ganz und gar - porentief.

Mittwoch, mein erster Tag in Weingarten – Regen.

Aber:

Ja, richtig! Donnerstag, mein zweiter Tag in Weingarten – mehr Regen.

Aber Freitag riss die Wolkendecke (wie von den Vertretern der Stadt versprochen) auf, und strahlender Sonnenschein erfüllte die Stadt. Jetzt konnte der Kongress beginnen.

Einziger Wehmutstropfen, die von der Stadt angebotenen „wasserfesten Sonnenschirme“ dürften lediglich dürftigen Absatz gefunden haben.

So präsentierte sich Weingarten von seiner sonnigsten Seite und lud auch abseits der Ausstellungen zum Bummeln durch die Stadt oder zu einer kleinen Pause in den zahlreichen Straßencafés ein.

Übrigens, der Schirmherr des diesjährigen Kongresses war Gerd Gerber, Oberbürgermeister der Stadt Weingarten.

Die Ausstellungen befanden sich in Weingarten z.B. im Kultur- und Kongresszentrum (kurz KUKO), in dem ,neben dem Verkaufsstand des Deutschen Klöppelverbandes e.V., ein Teil der Hauptausstellung (die Entwürfe der diesjährigen Publikation Spitzen-Blüten), die Ergebnisse der Gestaltungskurse, die Kinderausstellung, die Ausstellung der Gruppe um Ulrike Voelcker sowie Schauklöppeln von örtlichen Klöppelgruppen, Kindern und sogar einer Behindertengruppe zu sehen war. Außerdem befand sich hier der Saal für die Vorträge, die Eröffnungs- sowie die Abendveranstaltung.

Einmal über die Straße gehüpft, befand sich die große Turnhalle der Talschule, die an diesem Wochenende als Händlerhalle ihre Verwendung fand. Dort bot sich den einkaufsfreudigen Kongressbesucherinnen ein reichhaltiges Angebot an allem rund ums Klöppeln, was die Tragetaschen erschwert und die Geldbörsen erleichtert. Manch einer der männlichen Begleiter wünschte sich sicherlich den einen oder anderen zusätzlichen Arm, um alle Neuerwerbungen seiner „besseren Hälfte“ bewältigen zu können. Aber wo findet man sonst solch ein Angebot? Und wenn man erst bedenkt, was man hier an Porto spart!

Wer sich über den Tellerrand hinaus informieren wollte, z.B. über den nächsten Kongressort Borken, konnte dieses ausgiebig in einigen Klassenräumen der Talschule tun. An den Ständen verschiedener in- und ausländischer Verbände fanden die Kongressbesucher zahlreiche Informationen zu den unterschiedlichsten Techniken rund um das Thema Spitze.

Im Kornhaus, etwas entfernt vom KUKO - im Herzen von Weingarten, präsentierte der Deutsche Klöppelverband e.V. historische Spitzen aus drei Jahrhunderten, die die unterschiedliche Darstellungsweise von „Spitzen-Blüten“ im Laufe der Zeit zeigten. Zu sehen waren Spitzen aus dem Besitz des Deutsche Klöppelverbandes e.V. und aus der Sammlung Gerd H. Leichter.

Noch ein paar Schritte weiter bot das Stadtmuseum im Schlössle gleich zwei sehenswerte Ausstellungen. Zum einen waren hier die Exponate des diesjährigen Wettbewerbs zum Thema „Variationen mit Kreisen“ zu sehen, zum anderen zeigte Marianne Stang hier eine Ausstellung der Sammlung Tina Frauberger.

Die Ausflugsfahrten führten die Teilnehmer dieses Jahr unter anderm nach Steckborn(CH) und ins Knopfmuseum Warthausen, in dem eigens eine Sonderausstellung zum Thema Klöppeln aufgebaut worden war. Sie zeigt neben Exponaten des Deutschen Klöppelverbandes e.V. eine Auswahl von Klöppelkissen aus der Sammlung Hannelore Schulte. Und die Stadtführung zeigte den Teilnehmern Einblicke in die Schönheit der Stadt Weingarten.

Und last but not least, sorgte ein umfangreiches Kursprogramm dafür, dass die Kongressteilnehmer sich auch in diesem Jahr in vielen unterschiedlichen Spitzentechniken weiterbilden konnten. Dieses wurde auch in der Sendung "Treffpunkt" des SWR3 ausführlich dokumentiert.

Was mir (neben allem Sehenswerten) in Weingarten besonders in Erinnerung bleiben wird, ist die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt, die uns bei der Organisation und Durchführung des Kongresses unterstützten, wo sie nur konnten. „Kein Problem in Weingarten!“ war ein Spruch, der nicht nur ausgesprochen, sondern immer wieder tatkräftig unter Beweis gestellt wurde.

Und so werden mir die meisten der 3300 Kongressbesucher sicherlich zustimmen.

Weingarten – find ich gut!

Wenn Sie sich die Ausstellungen nun noch einmal anschauen möchten, klicken Sie in die nachfolgende Tabelle, und gehen Sie auf Erinnerungsreise durch die Ausstellungen des 23. Klöppelspitzen-Kongresses in Weingarten.

Viel Spaß !!