27. Klöppelspitzen-Kongress
in Villingen-Schwenningen 2009

In so schönem Wetter zeigte sich Villingen-Schwenningen leider nicht die gesamte Zeit....

während des 27. Klöppelspitzen-Kongresses. Ansonsten lief alles rund, sowohl bei den Vorbereitungen als auch beim Kongress selbst.

Nur, wie gesagt, das Wetter spielte nicht ganz mit, es "hässlerte" nämlich was das Zeug hält. Ach, den Ausdruck kennen Sie gar nicht? Also, der Chef der Neuen Tonhalle ist dafür bekannt, pünktlich zu wichtigen Anlässen Regen bestellen zu können, und der Name des Chefs ist halt Hässler - also regnete es nicht, es hässlerte.
Doch es wäre unfair, nur diesen Aspekt hervorzuheben. Herr Hässler war uns während der Vorbereitungen und während des Kongresses eine unentbehrliche Stütze. "Ohne ihn läuft nichts, mit ihm läuft alles", sagte jemand während des Kongresses - dem ist nichts hinzuzufügen.

Schon seit Dienstag konnte man im Stadtgebiet die vielen Hinweisschilder sehen, die auch Nichtklöppler ahnen ließen, dass sich in nächster Zeit etwas tut in Villingen-Schwenningen. Ebenfalls ab Dienstag bemerkten die Einheimischen: "Was machen so viel Fremde in der Stadt?"

An vier Ausstellungsorten, räumlich dicht beieinander, präsentierte der Deutsche Klöppelverband e. V. in diesem Jahr alle Aktivitäten, die den Klöppelspitzen-Kongress so atraktiv machen. Verbunden waren die Ausstellungsorte durch die Straßen der Innenstadt, die zum Bummeln, Shoppen und Verweilen in gemütlichen Cafés und Restaurants einluden. Ein Kongress der kurzen Wege. Ein Kongress, bei dem man sich wohl fühlte.

Die Neue Tonhalle war unsere "Heimat". Hier befanden sich der DKV-Stand, die Stände der Arbeitskreise, das Kongress-Büro und der Saal, in dem die Eröffnung, die Vorträge und die Abendveranstaltung abgehalten wurden.

In der ersten Etage konnte man die Ausstellung von Ulrike Voelcker sehen, die Kursergebnisse zum Thema Flandrische Spitze zeigte und einen Klöppelbrief zugunsten des Deutschen Klöppelverbandes e. V. verkaufte. Die LOKK zeigte Exponate aus ihrem neuen Buch "Hollandse Kant mit Passer und Lineaal", eine kleine aber sehr feine Ausstellung. Außerdem wurde auf dieser Etage das Projekt "Die Farbe Grün in Malerei und Spitze" präsentiert, die nicht nur durch ihre Exponate überzeugte, sondern auch durch die Darstellung der verwendeten Gründe, die auf großes Interesse stieß.

Die Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Kubon und die 1. Vorsitzende Maria Steur spiegelte die lockere, fast freundschaftliche Zusammenarbeit der Stadt mit dem Deutschen Klöppelverband e. V. wieder. Die musikalischen Darbietungen zwischendurch waren auf höchstem Niveau, ein Jammer, wer das verpasst hat.

Die Abendveranstaltung wird sicherlich allen Teilnehmern ebnfalls noch lange in Erinnerung bleiben. Dem Catering gelang es in 1h 15min, 600 Essen plus Getränke zu servieren. Den Trachtengruppen gelang es beim Defilee, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Manch einer im Publikum sieht zukünftig Trachten und Hauben sicherlich mit einem anderen Blick. Ein Dankeschön an den Kameramann, ohne seine Detailaufnahmen wäre das Defilee nur halb so schön gewesen. Dem Orchester gelang es, das Publikum bestens zu unterhalten. Und den Gästen gelang es sich gut zu amüsieren. Im Hintergrund, von allen unbemerkt (das heißt, dass alles bestens klappte), wirkte der Veranstaltungstechniker der Neuen Tonhalle und setze Saal und Bühne ins rechte Licht und in den rechten Ton (und half mir am Sonntag noch beim Abbau der Windspiele - einfach super).

Im Gemeindezentrum St. Fidelisheim konnten die Besucher sich Ergebnisse der Workshops und Seminare der Zeitgemäßen Spitze anschauen. Wie in jedem Jahr eine überaus sehenswerte Ausstellung, die zeigte, wie die Ausbildung des Deutschen Klöppelverbandes dazu beiträgt, dass immer mehr Klöpplerinnen und Klöppler überaus bemerkenswerte Ergebnisse in dieser Art des Klöppelns erreichen.

Die Händler präsentierten sich in diesem Jahr in einem Rahmen, den sie sicherlich nicht so schnell wieder bekommen. Das Franziskaner-Konzerthaus wurde extra für sie leergeräumt, und bot so einen ganz speziellen Rahmen für die Geschäfte rund um das Kunsthandwerk Klöppeln. Gleich nebenan, im Franziskanermuseum, wurden die Arbeiten des Wettbewerbes 2009 "Vom Eise befreit..." gezeigt und boten Stoff für manche Diskussion. Außerdem präsentierte Jutta Grothaus wunderschöne Trachtenhauben in geklöppelter Metallspitze und in Hohlspitze. Schauklöpplerinnen demonstrierten, wie diese zarten Gebilde hergestellt werden.
In der 1. Etage zeigte das Museum selbst die Ausstellung "Bis aufs letzte Hemd", in der Spitzen an Kleidungen, Leihgaben des Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, gezeigt wurden.

Weitere höchst interessante Ausstellung befanden sich im Theater am Ring, hier konnten sowohl die Hauptausstellung des Deutschen Klöppelverbandes e. V. zum Kongressthema "Flandrische Spitze im Aufbruch", als auch die Ausstellung "Lust auf Kunst" von Renata Schepmann und Barbara Luderich bewundert werden. Desweiteren präsentierte sich hier der 10.000-Blüten-Teppich, jetzt in voller Pracht, er war ja im Anfangsstadium schon in Weingarten zu sehen gewesen, die Vereine und Verbände sowie, last but not least, die örtlichen Klöppelgruppen, die nicht nur ihre Exponate zeigten, sondern auch durch ihre Schauklöpplerinnen das Publikum in ihren Bann zogen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Vertreter der Stadt, der Veranstaltungshäuser, der Tourismus-Information und allen Klöpplerinnen und Klöpplern, die als Ansprechpartner, als Kongresshelfer, als Schauklöppler oder als freundliche liebenswerte Gäste zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Folgen Sie mir auf einem Rundgang durch den Kongress. Für diejenigen, die den Kongress besucht haben, möge es eine schöne Erinnerung sein, denjenigen, die nicht am Kongress teilnehmen konnten, möge es einen Eindruck der Veranstaltung vermitteln.

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